Hadzabe

Einer der faszinierendsten und ältesten Stämme Afrikas sind die Hadzabe. Sie bewohnen seit vielen Tausend Jahren das Gebiet um den Eyasi-See. Dieses liegt nur 50 Meilen von der Olduvai-Schlucht entfernt und noch näher an Laetoli, der Wiege der Menschheit, mit Hinweisen auf eine Millionen Jahre alte Besiedelung. Die Hadzabe stellen die letzte Verkörperung dieser alten Lebensweise dar. Der Stamm mit einer Zahl von weniger als Tausend ist sehr klein, wobei nur ein paar Hundert noch den traditionellen Lebensstil leben. Die Hadzabe wurden vor etwa 2.500 Jahren durch aufeinanderfolgende Migrationswellen von der Kuschitisch sprechenden Bevölkerung in dieser Gegend zwischen die Scharen der Bantu Hirten aus dem Westen und den Nilotics aus dem Sudan gedrängt. Alle diese Migrationseinflüsse haben sowohl die räumliche Ausdehnung als auch die Bevölkerungszahl der Hadzabe auf das heutige Niveau reduziert. Die wenigen Hadzabe, die verblieben sind, bieten einen unglaublichen Einblick in die Lebensweise unserer Vorfahren. Sie sind es nicht gewohnt Nahrung aufzubewahren. Alles für den täglichen Verzehr wird bei Bedarf gejagt, ausgegraben oder gesammelt und am gleichen Tag verbraucht. Trotz dieser scheinbar zerbrechlichen Existenz haben sie weitaus weniger Fälle von Mangelernährung als viele andere Hirtenstämmen mit einer festen Landwirtschaft um sie herum. Ihre soziale Struktur ist sehr gleichberechtigt. Männer und Frauen haben ein Mitspracherecht bei alltäglichen Entscheidungen. Sie organisieren sich in lockeren Gruppen oder Clans, bestehend aus einer Vielzahl von Freunden und Familie. Einzelpersonen können frei zwischen den Gruppen wechseln. Wir haben großes Glück mit einem bestimmten Clan über viele Jahre hinweg eine Beziehung aufgebaut zu haben. Dieser heißt uns nun in ihrem Leben willkommen lädt dazu ein an der täglichen Jagd und dem Sammeln sowie an Tänzen oder Zeremonien teilzunehmen. Besucher schließen sich für gewöhnlich einer Gruppe von Männern an, die kurz nach der Morgendämmerung auf die Jagd gehen. Das kann von einer Stunde bis über den ganzen Morgen dauern, je nachdem wie erfolgreich sie sind. Zurück im Lager trifft man sich um das endlos brennende Lagerfeuer. Die Männer produzieren immer wieder neue Pfeile, um die auf der Jagd verloren gegangenen zu ersetzen. Zur gleichen Zeit fertigen die Frauen komplizierte Perlendekorationen an. Sie sind sehr erfreut ihre Fähigkeiten zu teilen und bringen es uns geduldig bei. Weiterhin können wir ebenfalls an der Sammeltätigkeit teilnehmen und so zu Fuß den Busch erkunden und die verschiedenen Pflanzen identifizieren. Einige werden als Nahrungsmittel, andere für medizinische Zwecke verwendet. Die Hadzabe lieben Honig und sind immer auf der Suche nach neuen Bienenstöcken. Sie bekommen Hilfe vom “Honigführer-Vogel”, einem Vogel in freier Wildbahn, der über viele Tausend Jahre eine symbiotische Beziehung zu den Hadzabe entwickelt hat. Er führt sie zu einem Bienenstock im Wald und sie füttern ihn im Gegenzug als Belohnung mit Waben und Larven. Sie räuchern die Bienen aus, um etwas vom Honig zu nehmen, lassen zur Lebensfähigkeit aber genug im Bienenstock zurück. Die Hadzabe sind schon immer nachhaltige Umweltschützer! Die auf Klicklaute basierte Sprache der Hadzabe hat wenig Ähnlichkeit zu anderen Stämmen, die Klicklaute sprechen. Es wird angenommen, dass sie sich unabhängig davon entwickelt oder aber vor vielen Tausenden von Jahren von den anderen abgespalten hat. Es ist unfassbar schwierig sie auszusprechen. Es macht aber sehr viel Spaß dies zu versuchen! Zeit mit diesen einfühlsamen Menschen zu verbringen ist zutiefst aufschlussreich und gibt uns eine unglaubliche Verbindung zu unseren Wurzeln. Es ist ein starker Kontrast zu unserem modernen, hektischen und kontrollierten Leben. Kommen Sie in die freie Natur und atmen Sie mal wieder echte frische Luft!